Hotel Bellevue des Alpes
CH 3801 Kleine Scheidegg
Schweiz
Telefon +41 (0)33 855 12 12
Fax +41 (0)33 855 12 94
welcome@scheidegg-hotels.ch

Das Hotel Bellevue des Alpes verfügt über 100 Betten. Die Zimmerpreise werden pro Nacht berechnet und schliessen Frühstück, Abendessen, Service sowie die Mehrwertsteuer ein.

Doppelzimmer mit Bad /WC CHF 400.- bis 550.-
Doppelzimmer mit Dusche/WC CHF 380.- bis 440.-
Einzelzimmer mit Bad/WC CHF 250.- bis 280.-
Einzelzimmer mit Dusche/WC CHF 230.- bis 260.-

Kinderzimmer CHF 160.- bis 280.-

Ermässigung für den Einzelgast im Doppelzimmer
Ermässigung für Kinder bis 11 Jahre

Das Hotel ist geöffnet vom 19. Dezember 2016 bis 16. April 2017 und vom 16. Juni bis zum 17. (bzw. 24.) September 2017.
Für Anfragen oder Reservierungen kontaktieren Sie uns bitte per Telefon, Fax oder Email.

Sie erreichen das Hotel Bellevue des Alpes auf der Kleinen Scheidegg im Sommer wie im Winter nur mit der Wengernalpbahn. Die Kleine Scheidegg ist autofrei.

Es gibt zwei verschiedene Routen:
1. Von Lauterbrunnen über Wengen, Wengernalpbahn zur Station "Kleine Scheidegg".
2. Von Grindelwald-Grund zur Station "Kleine Scheidegg"

Mit dem Auto fahren Sie über Interlaken nach Lauterbrunnen oder Grindelwald-Grund. Parkmöglichkeiten finden Sie in Lauterbrunnen im Parkhaus oder auf öffentlichen Parkplätzen, Grindelwald-Grund bietet Parkplätze im Freien. Nach Lauterbrunnen bzw. nach Grindelwald bestehen gute Bahnverbindungen via Bern-Spiez- Interlaken, Brig-Spiez-Interlaken oder Luzern-Interlaken.
Berücksichtigen Sie bitte bei Ihrer Reiseplanung die Fahrzeiten der Wengernalpbahn: Fahrplan im Halbstundentakt, letzte Bergfahrt am frühen Abend. Auf Anfrage gegebenenfalls auch spätere Anreise möglich.

Das Hotel Bellevue des Alpes zählt zu den wenigen noch existierenden Grandhotels des 19ten Jahrhunderts. Am Fusse von Eiger, Mönch und Jungfrau liegt die Kleine Scheidegg auf 2070m inmitten alpiner Schönheit über Grindelwald und Wengen. Als Zentrum der Ski- und Wanderregion ist dieser Ort auch der direkte Ausgangspunkt zum Jungfraujoch. Das historisch bedeutsame Haus wird noch heute traditionsbewusst als Familienbetrieb geführt. An das Hotel angeschlossen ist ein Tagesrestaurant mit 150 Plätzen.

"Swiss Historic Hotel" des Jahres 2011

Die Geschichte der Scheidegg Hotels. “Hier Seiler Adolf, wer dort? Fasset Euch churz!” So tönte es, wenn man nach der Jahrhundertwende den Fernsprecher benützte und die Nr. 1, Gemeinde Grindelwald, einstellte. Er, dieser Adolf eben, war eine Autorität, hatte Ausstrahlung und gebot über den Scheidegg-Pass etwa 50 Jahre lang. Er war der Erbe des Schwinger-Königs Christian Seiler, der 1840 das Gasthaus “Zur Gemse” in den Bergsattel zwischen Lauberhorn und Dreigestirn hinstellte. Christian war der Gründer, Adolf brachte viktorianischen Schwung ins Unternehmen, suchte und fand Quellwasser, leitete Abwasser nach Grindelwald, stellte als Artillerist eine Kanone vors Haus, die jedesmal losdonnerte, wenn ein Gast, wie etwa Alphonse Daudet-Tartarin den Eiger-, Mönch- oder Jungfraugipfel erreichte. Zur beherrschten Logistik gehörten auch die Maultierkolonnen, die aus den beiden Tälern Gäste und Güter hinauftrugen, rund 1000 Höhenmeter hoch. Aus dem Gasthaus “Zur Gemse” wurde das Hotel “Bellevue” und die Konjunktur - vor dem Bahnbau 1893 - war eine Herz und Sack erfreuende. 1892 wurde Adolf Vater: Emma, das einzige Kind, die zukünftige Alleinerbin, wurde geboren und Freude herrschte vom Heimatort der Seiler, Bönigen am Brienzersee, über Grindelwald bis hinauf zu den Alpschaften Wärgistal und Wengernalp, den beiden Nachbarn. Was den Adolf freute, freute alle. So ein Familienfest bringt die Teilnehmer auf Gedanken: die Wengernalp entschloss sich, den Geburtstagskuchen auf dem Pass symbolisch zu werten, einen Dauerkuchen, eine Immobilie zu schaffen, an der man fortab jährlich knuspern konnte. Die Aelpler bauten neben dem “Bellevue” das Hotel “Des Alpes”. Zusätzlich bauten Zürcher-Herren die Wengernalpbahn von Lauterbrunnen über die Scheidegg nach Grindelwald 1893 und der Banquier-Ingenieur und Tausendsassa Guyer-Zeller abschliessend noch die Jungfraubahn 1912. Au revoir les mulets, nicht aber Adieu für die Seilers, teilweise aber doch für die Wengernälper. Der Alp-Einig, die Landsgemeinde eigentlich einer Bergschaft, befand, dass man Käse besser herstellen könne als das Hotel “Des Alpes” führen. Es wurde für zirka 800.000 Goldfranken dem Adolf verkauft - Seilers Erfolgs-Story fand, wie so viele andere, 1914 ihr Ende. Doch selbstverständlich überstand man die Krise des Ersten Weltkrieges. Die Hotels blieben geschlossen, aber man hatte ja Polster, vergrub sich murmeltiermässig für 4 Jahre. Inzwischen war auch Emma gross und hübsch geworden, hatte gesellschaftlichen Schliff in Paris und London erhalten. Aber auch immer häufigeren Besuch vom Kavallerie- Leutnant Fritz von Almen zum Trümmelbach. Man heiratete. Man ging gemeinsam wintersüber in Stellung. Zuletzt beim Grafen Renesse im legendären Palace-Hotel in Maloja als Direktion. 1925 empfand man aber das Oberengadin als zu abgelegen und klopfte beim Vater, respektive Schwiegervater Adolf auf der Scheidegg an, ob eventuell, unter Umständen, vielleicht die beiden Hotels zu kaufen wären. Sie waren. Die ganze Trümmelbach-Unternehmung musste sich ins Zeug legen. Mutter Margrith von Almen-Hirni Witwe, erste Sekundarlehrerin des Berneroberlandes, sah Gewölk am Himmel, erlag aber dem Charme ihres einzigen Sohnes Fritz und dessen Gattin Emma. Es kamen die verrückten, Charlston tanzenden Zwanziger- und Dreissigerjahre. In den Sommerferienhotels Bellevue und Des Alpes wurde Zentralheizung installiert, in der improvisierten Bar ein Holzofen-Cheminée. Wirklich warm war es eigentlich nur in Bett oder Bar und die Engländer, Erfinder des modernen alpinen Skifahrens, zeigten sich begeistert, erklommen täglich auf Fellen das Lauberhorn und fuhren ein Mal pro Tag nach Gindelwald oder Wengen, von wo sie die Wengernalp-Zahnradbahn, die sich widerwillig und schmollend ebenfalls auf Winterbetrieb umgestellt hatte, hinauf auf die 2064 Meter hohe Scheidegg zurückbrachte. Kondukteure und Lokführer wurden regelmässig zu einer kleinen Party im Buffet eingeladen: “We had such an excellent journey”. Fritz und Emma von Almen-Seilers Winterabenteuer hatte von der ersten Saison 1925/26 an Erfolg und von 1929 bis 30 wurden die Hotels winterfest und damals schon mit vielen Bädern eingerichtet. Die englische Halle, the Lounge wurde gebaut, die Bar wurde mit Aquarellen von Walter Trier, dem Illustrator der Bücher Erich Kästners, geschmückt, der kleine Festsaal im französischen Stil und mit Blick auf die Eigerwand entstand, ein Flügel fand darin Platz, das Restaurant mit Blick von der Blümlisalpgruppe zum Mönch wurde gebaut - bei Föhnsturm ohne Pelzmantel nicht zu gebrauchen - die Tee-Terrasse, die Gaststube, nicht rustikal, sondern echt noch, im Prä-Landi-Stil, und ein ständiges Viermann-Orchester spielte allnächtlich. Für drei Wochen pro Saison weilte ein Korrespondent des Londoner “Tatler” im Hotel Bellevue, des Gesellschaftsmagazins Nummer 1 Grossbritanniens, founded 1901 and still published today - die Engländer von damals waren Ski-Fanatiker. Schien die Sonne zu stark und wurde der Schnee auf den Lauberhornhängen nass, wurde eine Tafel vors Hotel gesteckt, auf der es hiess: “Do not touch the Lauberhorn after eleven!” - und männiglich hielt sich daran, wollte doch keiner tags darauf in halbgefrorenen Furchen fahren. Ende November, anfangs Dezember wurde damals eröffnet und im Mai erst geschlossen. Das noch nicht erwärmte Klima schneite zuverlässig und auf Scheidegghöhe galt wirklich: “Skischnee bis in den Mai hinein” und “First to open, last to close”. Auch Curling wurde vor den Hotels gespielt. Das Scheidegg-Gäste- Team, ergänzt durch den Hotel-Concierge, gewann 1934 den Jackson-Cup, damals so etwas wie die Weltmeisterschaft und in den Dreissigerjahren begann das Alpin-Spiel mit der grössten Dramatik. Zwar wurde der Eiger, 3970m, 1858 vom Engländer Barrington erstmals bestiegen, die 1800 Meter hohe Nordwand aber erst 1938, 80 Jahre später, die Nordwand-Variante, die Lauper-Route, 1932. Von Barrington über Lauper zu den Nordwandbezwingern mit Heckmaier waren alle auf Scheidegg zu Gast, auch die Erstbegeher im Winter, die Erstbegeher der direkten Route, der erste Alleinbegeher, die erste Frau, die ersten Japaner usw. Scheidegg, das Basislager, der international gewordene Blickpunkt. Fulminant überstand man die Krise der Dreissigerjahre und Fritz mit Emma dachten an den Bau eines Skiliftes aufs schwellennahe Lauberhorn. Aber es kam das Jahr 1939. Und bis der Lift fuhr, wurde es 41/42. Mit den Soldaten der Wintergebirgskurse der Armee überstand man den Krieg und die gegenseitige Sympathie zwischen den Hotelbesitzern und der Truppe brachte viele feldgraue, respektive weiss getarnte Skikurs-Nostalgiker als Stammgäste zurück. Fritz von Almen war inzwischen Kavallerie- Major, Nationalrat und ungeduldig geworden: er musste wieder einmal bauen. Auch waren zwei Söhne da, Fritz und Kaspar, die es zu beschäftigen galt. Bellevue und Des Alpes wurden erneuert, das erstere um eine Bel-Etage vergrössert, was 1947, zusammen mit dem speditiven Skilift, den weiteren Erfolg der Scheidegg garantierte. Familienintern wurde Sohn Fritz von Almen Besitzer und Leiter der Passhotels, nach seinem frühen Tod 1974 seine Frau, die 1998 Hotels samt Umschwung an den ältesten Neffen, Andreas von Almen, verkaufte. Zusammen mit seiner Frau Silvia, eigentlich Flötistin, führt dieser, eigentlich Architekt, die Geschäfte nun wieder mit Zuversicht und Optimismus weiter. Die Drehtür schwingt den Gast ins Entrée, ins Vestibul. Staunendes Zögern. Wo bin ich? Richtig: man ist zurückversetzt in die Zwanzigerjahre, spürt, zeitlos einen “touch of a countryhouse”, um die Ecke rum eine Erinnerung ans Fin de-Siècle, eine weitere Generation zurück im Zeitgefühl. Spielt die Höhe, der geringe Druck auf 2064 Meter der Wahrnehmung einen Streich? A timelag? Man pendelt zwischen Vorgestern und Heute. Doch ist die Verwirrung des Zeitgefühls erklärbar mit der Echtheit von Innenarchitektur, Mobiliar und Gemälden. Vor der Schwingtür zur Bar von 1929, hängen die Photos der Eigernordwand- Koryphäen, 1937-1992. Auf dem Barstuhl bleibe man besser “on the rocks” - und Ort und Zeit stabilisieren sich wieder. Kaspar von Almen